Geschichten aus FABULAND Folge 1 und Folge 2
erschienen von Fontana (Phonogram, 1979), Hörspiel von Sebastian Beck
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Folge 1
(Erzähler) Hallo zusammen! Ihr könnt euch sicher denken, was ich heut erzählen will - es steht ja groß und breit auf der Plattenhülle! Richtig, Geschichten aus Fabuland. Kennt ihr Fabuland? In Fabuland gibt es Hügel und Wiesen und Wälder und Straßen. Und eine lustige kleine Stadt, in der lustige kleine Leute wohnen. (Man hört ein herannahendes Mortorgeräusch.) Da kommt gerade einer von ihnen - es ist Willie Waschbär, der mal wieder mit seinem knallroten Rennroller durch die Gegend saust. - "Hallo Willi!" - (Willi Waschbär) "Tut mir leid alter Junge. Keine Zeit, ich will nämlich gerade meinen Rundum-Fabuland-Runden-Rekord brechen!" - (Erzähler) Dazu wird Willie Waschbär nicht viel Zeit brauchen, denn Fabuland ist ziemlich klein. So klein jedenfalls, dass es auf keiner Landkarte zu finden ist. Falls ihr trotzdem wissen wollt, wo Fabuland liegt. Nun, das ist nicht so ganz leicht zu erklären. Fabuland liegt nämlich überall und nirgends. (Leo Löwe) - "Unsinn! Schnickschnack! Paperlapap! - Fabuland liegt nicht irgendwo und nicht nirgendwo. Sondern hier, genau hier. Schluss! Punkto und Basta!" Das ist übrgiens Leo Löwe und wenn er sagt, dass Fabuland genau hier liegt, dann müssen wir ihm das wohl glauben. Leo Löwe ist nämlich der Bürgermeister von Fabuland. - (Leo) "Sehr richtig!" - (Erzähler) "Sagen sie lieber Herr Löwe, als Bürgermeister wissen sie doch sicher ganz genau Bescheid in Fabuland und können uns einiges darüber erzählen?!" - (Leo) "Ja, in der Tat, in der Tat, das kann ich. Besser gesagt, könnte ich, wenn ich Zeit hätte. Aber leider, leider bin ich im Augenblick viel zu beschäftigt - viel zu beschäftigt!" - (Erzähler) "Beschäftig? Und womit, wenn man fragen darf?" - (Leo) "Mit Nachdenken! Ich hatte nämlich gerade Geburtstag und deshalb wollen mir meine lieben Fabulander einen Lieblingswunsch erfüllen. Ich habe aber viele Lieblingswünsche und jetzt versuche ich herauszufinden, welches mein liebster Lieblingswunsch ist. Und das ist keine leichte Sache, keine leichte Sache." - (Erzähler) "Nun, dann wollen wir nicht weiter stören, es gibt ja noch genug andere Leute in Fabuland, die uns etwas erzählen können." (Man hört ein Schnarchen.) Nanu da schnarcht doch jemand. Ja, wer schnarcht denn da? Aaach, ich sehe schon, das ist Morty Maus. Morty wohnt zusammen mit Cathy Katze in einem hübschen kleinen Haus. Die beiden haben das Haus gerade umgebaut. Sie haben einen Balkon angebaut, der auf zwei Pfeilern steht. Das sieht sehr gut aus, aber Morty ist von der Arbeit offenbar so müde geworden, dass er eingeschlafen ist. (Cathy ruft) "Morty! - Wo steckst du?" (Man hört immer noch ein Schnarchen!) "Na sowas! Liegt einfach da und schläft!" - Das ist Cathy Katze. - (Erzähler) "Guten Tag Cathy!" - (Cathy) "Guten Tag!" - "Sag mal Cathy..." - "Tut mir leid, keine Zeit! Muss Morty aufwecken! Morty! Morty Maus! Mortymäuschen! Wach auf!" - (Erzähler) "Hmm der schläft ja ganz schön fest! - (Cahty) Oh ja ich weiß nicht, ob es außer Murmeltieren auch Murmelmäuse gibt. Aber das hier ist jedenfall eine!" - (Erzähler) "Und nun?" - (Cathy) "Hhhhm, es gibt da ein Zauberwort, mit dem bekommt man ihn sofort wach! Pass auf! - Kä-se-ku-chen!" - (Morty:) "Mmmhhh, (Morty schnalzt mit der Zunge.) "Wi-wa-was? Wo?" (Cathy kichert.) - (Morty) "Hat, hat hier jemand gerade von Käsekuchen - Käsekuchen geredet?" - (Cathy) "Nein hier gibts kein Käsekuchen, aber gleich kommen die neuen Möbel." - (Morty) "Welche neuen Möbel?" - (Cathy) "Na wo wir doch das Haus erneuert haben, müssen wir doch auch die Möbel erneuern. Nicht wahr?! Bernahrd Bär muss jeden Augenblick hier sein!" - (Erzähler) Bernhard Bär ist der Fuhrunternehmer von Fabuland. Er hat einen großen Lastwagen, mit dem transportiert er alles mögliche, am liebsten aber Möbel. (Man hört ein herannahendes Fahrzeug, das hupt.) - (Bernhard) "Hallo ihr beiden!" - (Cathy) "Oha, grüß dich Bernhard!" - (Morty) "Wo sind denn die Möbel?" - (Bernhard) "Auf meinem Lastwagen." - (Morty) "Auf deinem Lastwagen? - (Bernhard) "Hhhmm" - (Morty) "Ich seh da keine Möbel! Ich seh da nur einzelne bunte Bausteine!" - (Bernhard) "Richtig!" - (Morty) "Richtig? Das heißt diese Bausteine auf deinem Lastwagen sollen Möbel sein?" - (Bernhard) "Richtig! - Ich lad sie mal eben ab." - (Cathy) "Das sind ganz moderne Selbsbaumöbel, Morty!" - (Morty) "Achso, die bauen sich selbst die Möbel?!" (Cathy) "Aber nein, Morty! Wir bauen sie selbst!" - (Morty) "Wir bauen sie selbst? - Iääähh, das hört sich verdammt nach Arbeit an! - Du...mmmh, Bernhard?!" - (Bernhard) "Was denn Morty?" - (Morty) "Willst du uns nicht helfen?" - (Bernhard) "Tut mir leid Morty, aber ich muss gleich wieder los - hab noch'n paar Aufträge zu erledigen. - Tschüss ihr beiden!" (Bernhard fährt weg.) - (Morty) "Ja tschüss!" - (Cathy) "Tschüss Bernhard! - Und nun an die Arbeit!" - (Morty) "Oh schon wieder diese böse Wort! Was soll'n das geben, wenn das fertig ist?" - (Cathy) "Zwei Sessel, ein Sofa und einen Tisch!" (Schon hört man ein Hämmern und Klopfen.) - Da wir Cathy und Morty nicht beim Möbelbauen zusehen können und weil es nicht besonders spannend wäre, ihnen dabei zuzuhören, denn es gibt ja nichts weiter zu hören, als Klopfen, Hämmern und Seufzen, drehen wir einfach die Zeit ein bisschen weiter. - (Kuckucksuhr ist zu hören.) - (Cathy) "So fertig, jetzt müssen wir die Möbel nur noch ins Haus bringen." - (Morty) "Och, wollen wir nicht erstmal Pause machen?" - (Cathy) "Mmmh - gleich Morty, wenn die Möbel eingeräumt sind." - (Morty stöhnt) "Also bringen wir es hinter uns!" - Da will Morty die Möbel zwischen den Pfeilern durchschieben, die den Balkon tragen, aber die Möbel sind zu breit. - (Cathy) "So geht das nicht Morty, ich fürchte, wir müssen die Möbel nochmal aus einander nehmen, die Einzelteile ins Haus bringen und sie drinnen zusammen bauen." - (Morty) "D...d...die ganze Arbeit nochmal? Das kommt überhaupt nicht in Frage, da schiebe ich lieber die Pfeiler ein bisschen beir Zeite." - (Cathy) "A...a...aber dann wird er Balkon herunterfallen. (Morty) "Ach was, der sitzt ganz fest da oben, das geht schon. - Hau ruck!" - (Cathy) "Vorsicht Morty!" (Der Balkon stürtz ein!) - (Erzähler) Tja , das war der Balkon! - (Morty jammert) "Au au au au!" - (Cathy) "Oh Morty, was ist denn passiert, bist du verletzt?" - (Morty) "Mein Fuß, mein Fuß - mir ist ein Stück Balkon auf den Fuß gefallen. Au au au au! Es tut so weh!" - (Cathy) "Oh mein armer, armer Morty, wir müssen dich ins Hospital bringen!" - (Morty) "Ja!" - (Erzähler) Hospital ist ein alter lateinischer Ausdruck für Krankenhaus. Und die Fabulander haben manchmal eine Vorliebe für alte lateinsiche Ausdrücke, deshalb sagen sie zu ihrem Krankenhaus Hospital. Sie finden das klingt so gebildet - (Morty jammert noch immer!) - (Cathy) "Wir wir müssen den Krankenwagen rufen!" - (Morty) "Ja" - (Erzähler) "Tja aber wie? In Fabuland gibt es keine Telefone!" - (Cathy) "Dann müssen wir eben das Taxi nehmen. Taaaxi!" - (Morty) "Taxi!" - Das ist eine gute Idee, in Fabuland gibt es nämlich ein Taxiunternehmen. Das besteht aus einem alten Taxi und einer Taxistation und gehört Blondie Schwein. - Da ist die Taxistation und da ist auch das Taxi, aber - ja aber wo ist Blondie? (Man hört ein Werkzeugklimpern.) - (Blondie) "Plattfuß und Kolbenfresser!" - (Erzähler) "Aha ich sehe schon, Blondie liegt unter dem Taxi und geht ihrer Lieblingsbeschäftigung nach; am Auto herumbasteln." - (Blondie) "Na komm schon alte Schraube..." - (Erzähler) "Blondie! - Kundschaft!" - (Blondie) "Was denn, Kundschaft? Wo denn?" - (Erzähler) "Morty Maus hat sich am Fuss verletzt und muss ins Krankenhaus - Pardon ins Hostpital." - (Blondie) "Verbeulter Kotflügel, ins Hospital? Da ist Eile geboten!" (Blondie knatterert mit ihrem Taxi los.) - (Erzähler) "Moment mal Blondie. - Hoffentlich hat sie auch alles wieder festgeschraubt, was sie da losgeschraubt hatte!" - (Blondie) "Hallo ihr Süßen! Habe schon gehört, was los ist. Steigt ein!" - (Morty jammert) "Hhhmm Vorsicht, Vorsicht - aua, aua!" - (Cathy) "Fertig!" - (Blondie) "Und ab geht die Post!" (Sie fahren alle los. Auf einmal knallt das Auto und bleibt liegen.) - (Erzähler) Na da hat Blondie beim Basteln wohl doch ein Schräubchen vergessen. - (Blondie) "Rostige Radmutter! Bricht mir doch diese alte Kiste unter dem Hintern zusammen!" - (Erzähler) Zum Glück im Unglück ist das Taxi direkt neben Olli Zieges Autowerkstatt zusammengebrochen. - (Olli) "Na Blondie? Probleme?" - (Blondie) "Mmmhh, wie du siehst Olli! Und das ausgerechnet jetzt, wo wir Morty Maus ins Hospital bringen müssen." - (Morty jammert) "Au au au au." - (Olli) "Was hat er denn?" - (Cathy) Er hat sich am Fuß verletzt." - (Morty) "Ja! Au au aua!" - (Olli) "Dann wollen wir keine Zeit verlieren. - Mike?!" (Erzähler) Mike Affe ist Ollis Mechaniker. Er ist wohl der Geschickteste und Gelenkigste in Fabuland. Nicht gerade mit dem Kopf, aber mit Händen und Füßen. (Mike) "Bin schon da Olli, was liegt an?" - (Olli) "Blondies Taxi ist zusammengebrochen." (Mike) "Das haben wir gleich repa...repariert. Einmal rauf - einmal rüber - einmal drunter - einmal dürber uns schon läuft das Taxi wieder." - (Olli) "Nein Mike! Das dauert zu lange. Am besten schleppen wir das Taxi gleich zum Hospital." - (Mike) "Ich hol den Abschleppwagen!" - (Blondie) "Und was machen wir?" - (Olli) "Ihr bleibt alle sitzen, wo ihr sitzt." (Erzähler) Und schon hat Mike den Abschleppwagen aus der Garage geholt und das Taxi auf den Haken genommen. Olli steigt ein und dann fahren sie alle zum Krankenhaus - Pardon zum Hospital, wie die Fabulaner sagen. Das Hospital ist die Wirkungsstätte von Schwester Lousie Lamm und Dr. David Schnautzer. Der aber von allen nur Doc David genannt wird. Das klingt so ein bisschen nach Wild West. Das finden die Fabulaner spannender - als Doctor Schnautzer. Louise Lamm steht schon vor dem Hospital, aber tja, wo ist Doc David? - (Mike) "Hallo Louise wir bringen einen Patienten." - (Cathy) "Wo ist Doc David?" - (Louise) "Er sucht Charly Kater. Der ist mal wieder ausgerissen!" - (Erzähler) Charly Kater ist sozusagen Stammgast im Hospital. Er klettert ständig irgendwo hinauf und fällt herunter. Kriecht irgendwo hinein und bleibt stecken. Verränkt sich den Arm, verstaucht sich das Bein und schon muss er wieder ins Hospital. Weil es ihm da aber zu langweilig ist, reißt er immer wieder aus. Und Doc David muss ihn immer wieder einfangen. - (Blondie) "Das ist aber dumm, das Doc David nicht da ist. Tja was machen wir denn jetzt?" - (Louise) "Wir laden erstmal den Patienten aus, dann sehen wir weiter." - (Mike) "Ich lass schonmal das Taxi runter." - (Cathy) "Vorsichtig!" - (Morty jammert) "Au, au!" - (Erzähler) Und da kommt auch Doc David. - (David) "Dieser verflixte Kater ist wie vom Erdboden verschwunden! Nanu, was soll denn das? Bringt ihr jetzt schon eure kranken Autos zu mir?" - (Blondie) "Nein, Doc. Wir bringen Morty Maus, der sich am Fuß verletzt hat!" - (Morty jammert) - (Doc) "Am Fuß verletzt? So, so! Na dann lass mal sehen, Morty!" - (Morty) "Ja!" - (Doc) "Ja. Tut das weh?" - (Morty) "Jaaahhaa" - (Doc) "Ahh, mmmh mhh. Und das?" - (Morty) "Jaaaa, au au au au au!" - (Doc) "Und wie ist es hiermit?" - (Morty jammert immer mehr!) - "Jaaa!" - (Erzähler) "Das hört sich ja ganz schön schlimm an, Doc." - (Doc) "Hört sich so an, ist aber nicht! Im Vertrauen gesagt, der Fuß ist ganz in Ordnung. Ich denke Morty hat keine Lust mehr zu arbeiten. Und deshalb spielt er den Schwerverletzten. Aber ich werd ihm das schon austreiben, einen alten Doktor zum Narren zu halten." (Spricht wieder zu Morty.) - "Tjaja , ein typischer Fall von Raptus-Faktus-Profilaktus." - (Cathy) "Oh weh, ist es so schlimm?" - (Doc) "Allderings! Wir müssen den Fuß sofort eingipsen." - (Morty hört sofort auf zu jammern!) "Eingipsen, muss das sein? Ein kleines Pflaster tuts doch vielleicht auch?!" - (Doc) "Pflaster? Mit Nichten! Schwester, den Gips!" - (Louise) "Kommt sofort Doc!" - (Charly Kater ruft im Hintergrund.) "Hilfe!" - (Blondie) "Hört mal. Da ruft doch jemand um Hilfe!" - (Charly) "Hilfe!" - (Doc) "Das ist Charly Kater. Wo steckst du Charly?" - (Charly) "Ich bin hier oben aufm Baum!" - (Doc) "Dann komm runter!" - (Charly) "Kann ich nicht!" - (Erzähler) Das ist mal wieder typisch für Charly Kater. Da er ist auf den Baum vorm Hospital geklettert und jetzt sitzt er oben und weiß nicht, wie er wieder herunter kommen soll. - (Cathy) "Was machen wir denn jetzt nur?" - (Blondie) "Mhhm... Die Feuerwehr muss her." (Mike) "Richtig, Bully mit dem Feuerwehrauto und der langen Leiter!" (Erzähler) Bully Dogge ist der Feuerwehrmann von Fabuland. Aber weil es da sehr selten brennt ist er gleichzeitig Polizist. Und jetzt ist er in seiner Eigenschaft als Polizisit gerade hinter Willi Waschbär her, um ihm einen Strafzettel zu verpassen, wegen zu schnellen Fahrens. - (Doc) "Das dauert viel zu lange, bis wir Bully gefunden haben und er mit dem Feuerwehrauto hier ist, ist uns der Kater schon längst vom Baum gefallen. Nein, ich denke wir sollten ein Auto unter den Baum fahren, dann kann er aufs Dach springen und von da herunter klettern." - (Olli) "Das ist eine gute Idee Doc. Am besten nehmen wir den Abschleppwagen." - (Mike) "Bin schon dabei!" (Erzähler) Und dann fährt Mike den Abschleppwagen unter den Baum und Charly springt aufs Dach und steigt herunter. - (Doc) "So mein Lieber und jetzt Marsch ins Bett!" - (Charly) "Och, muss das sein Doc? Ich langweile mich doch immer so im Hospital!" - (Doc) "Jetzt nicht mehr, du bekommst nämlich Gesellschaft von Morty mit dem Gipsfuß!" - (Charly) "Ist das wahr Morty, du musst auch ins Hospital?" - (Morty) "Hhhm!" - (Charly) "Au fein, dann können wir doch zusammen Mensch ärgere dich nicht spielen!" (Erzähler) Ich glaube, Morty würde viel lieber Maus ärgere dich nicht spielen. Er ärgert sich ganz schön, dass er mit seiner vorgetäuschten Fußverletzung so hereingefallen ist. Obwohl andererseits... - (Morty) "Andererseits...solange ich im Krankenhaus bin, muss ich nicht arbeiten. Ich bekomme Besuch und Kuchen und Schokolade und das ist eigentlich gar nicht so übel." - (Louise) "So, hier ist der Gips!" - (Morty) "Und hier ist mein Fuß Schwester. Und mach den Gips schön dick, damit er nicht so schnell ab geht." (Morty kichert) - (Erzähler), Tia und damit ist unsere erste Geschichte aus Fabuland zu Ende! Aber auf der anderen Seite geht es weiter. Denn es gibt ja noch mehr Leute in Fabuland. Und noch viel mehr Geschichten.
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Folge 2
Ihr erinnert euch sicher noch an das, was gestern, bzw. auf der anderen Plattenseite in Fabuland passiert ist. Inzwischen hat sich nicht viel getan, das heißt, Blondies Taxi ist natürlich repariert worden. - (Blondie) "Jetzt läuft die Kiste wieder. Ich glaube ich werd mal eine kleine Spritztour machen und ein bisschen auf Tube drücken. - (Erzähler) "Und ich glaube du wirst das ein bisschen verschieben müssen Blondie. Da kommt nämlich Besuch." - (Blondie) "Och das ist Henry. Sag ihm einen schönen Gruß ich bin nicht zu Hause!" - (Erzähler) "Zu spät Blondie. Er hat dich schon gesehen." - (Henry) - "Oh, hallo Blondie!" - (Blondie genervt) "Hallo Henry!" - (Erzähler) "Henry Schwein, ist übrigens der Gärtner von Fabuland und ein Verwandter von Blondie." - (Blondie) "Ein entfernter Verwandter!" - (Erzähler) "...ein entfernter Verwandter und ein heimlicher Verehrer von Blondie. Die sich zu seinem Unglück nicht sehr viel aus ihm zu machen scheint. - (Blondie) "Nun ja, es kann nicht jeder gewinnen. Was hat Henry denn da unterm Arm?" - (Erzähler) "Das sieht wie ein Baum aus." - (Henry) "Guten Tag Blondie!" - (Blondie) "Guten Tag Henry. Was hast du denn da mit dem Baum vor?" - (Henry) "Das ist ein Geschenk für dich Blondie!" - (Blondie) "Ein Geschenk für mich Henry?" - (Henry) "Anstelle von Blumen. Ich meine mit Blumen kommt doch jeder. Ein Baum ist mal was anderes." - (Blondie) "Allerdings. Nur habe ich leider keine Baumvase im Hause!" - (Henry) "Er soll ja auch nicht ins Haus, sondern vor die Haustür." - (Blondie) "Na dann stell ihn mal da hin." - (Henry stellt den Baum hin und bleibt verlegen stehen.) "Tja!" - (Blondie antwortet desinteressiert.) "Tjaaaa....und was gibt's sonst noch Henry?" - (Henry) "Mhhmm...Ich wollte ich um einen kleinen Gefallen bitten, Blondie." - (Blondie) "Und der wäre?" - (Henry) "Ich will mit Bernhard Bär zum Bahnhof fahren und meine neue Schubkarre abzuholen. - (Erzähler) Und das ist eine ganz schön weite Reise, in Fabuland gibt es nämlich noch keinen Bahnhof. - (Henry) "Und da dachte ich, dass du in der Zwischenzeit vielleicht ein bisschen auf meinen Garten aufpassen könntest. Besonders auf die Mohrrüben." - (Blondie) - "Mohrrüben? - Mohrrüben! (Blondie überlegt) Was war das nochmal gleich, achso, ich erinnere mich. Diese roten fingerdicken Dinger, die nicht besonders gut schmecken." - (Henry) "Ja, aber Willi Waschbär isst sie sehr gerne und ich möchte nicht, dass er sich welche stibitzt, solange ich weg bin." (Ein Auto naht herran.) - (Bernhard) "Hallo Blondie!" - (Blondie) "HAllo Bernhard." - (Bernhard) "Na, läuft die Kiste wieder?" - (Blondie) "Läuft wie geschmiert. Wie ihr seht, hat sich die Geschichte vom Taxizusammenbruch schon herumgesprochen. Sowas geht sehr schnell in Fabuland. - (Bernhard) "Alles klar Henry? Können wir losfahren" - (Henry) "Ja Bernhard, ähh, das heißt äh..." - (Blondie) "Schon gut Henry, ich pass auf das Zeug auf." - (Henry) "Danke Blondie. Bis später." - (Blondie) "Lass dir ruhig Zeit Henry. Tschüss Bernhard!" - (Bernhard) "Tschüss, Blondie!" - Kaum sind Henry und Bernhard außer Sichtweite, da erscheint auch schon Willi Waschbär auf seinem knallroten Renner. - (Willi) "Hallo Schweinchen." - (Blondie) "Nenn mich nicht Schweinchen du Lümmel." - (Willi) "Schon gut alte Dame. - Waren das nicht eben Henry und Bernhard? Wo wollen die denn hin?" - (Blondie) "Zum Bahnhof!" - (Willi) "Zum Bahnhof? Das hört sich gut an!" (Wille fährt weg.) - (Erzähler) "Ich glaube du solltest mal nach den Mohrrüben sehen, Blondie!" - (Blondie) "Das glaub ich auch." (Man hört ein Hupen.) - (Blondie) "Nanu, das ist doch Moe Maus! Was will die denn hier?" - (Erzähler) Moe Maus ist die Cousine von Morty Maus. Sie verkauft Autos in Fabuland und ich kann mir schon denken, was sie will. - (Moe) "Hallo, wie gehts denn immer?" - (Blondie zum Erzähler) "Na wenn die schon so ankommt, will die mir doch bestimmt wieder irgendwas andrehen." - (Blondie zu Moe) "Komm zur Sache Mäuschen, ich bin in Eile." - (Moe) "Ich hab so ganz zufällig gehört, dass dein Taxi zusammengebrochen ist, Blondie." - (Erzähler) Wie ich schon sagte, Geschichten gehen sehr schnell herum in Fabuland. - (Blondie) "Und jetzt möchtest du mir gleich ein neues Auto andrehen? Nein danke Moe!" - (Moe) "Nicht so vorschnell Mädchen, ich hab da eine wirklich einmalige Gelegenheit auf Lager, ein Topmodell. Schnell, geräumig, sparsam im Verbrauch. Für dich zum einmaligen Gelegenheits-Sonder-Super-Rabatt-Preis. Mit Ratenzahlung versteht sich." - (Blondie) "Nein danke Moe!" - (Moe) "Und in meiner grenzenlosen Gutmütigkeit würde ich sogar deine alte Klapperkiste noch zu einem fairen Preis in Zahlung nehmen. - (Blondie) "Nenn mein Auto nicht eine alte Klapperkiste du...du... Maus sonst zieh ich dir das Fell über die Ohren!" - (Moe) "Na ich sehe schon. Kein Geschäft zu machen heute. Na dann bis zum nächsten Zusammenbruch. (Moe Maus fährt davon.) - (Blondie) "Jetzt sollte ich mich aber schleunigtst um diese... wie hießen die doch gleich... - (Erzähler) "Mohrrüben!" - (Blondie) "Morrüben kümmern." - (Erzähler) Zum Glück ist es nicht sehr weit von Blondies Taxistation zu Henrys Garten. Die Straße hinunter bis zur Kreuzung, dann einmal nach links und einmal nach rechts und schon ist man da. - (Blondie) "Plattfuß und Kolbenfresser!" - (Erzähler) "Was ist denn Blondie?" - (Blondie) "Sieh dir das an. Keine einzige rote Mohrrübe zu sehen. Nur lauter Grünzeug!" - (Erzähler) "Na ich will ich ja nicht einmischen, aber..." - (Blondie) "Willi Waschbär hat Henrys rote Mohrrüben geklaut. (Blondie schreit) Diebe, Räuber - Polizei!!!" - (Erzähler) Wenn jemand in Fabuland Diebe, Räuber, Polizei schreit, dann dauert es meist nicht lange, bis die Obrigkeit auf der Bildfläche erscheint. Diesmal sogar in Gestalt des Bürgermeisters Leo Löwe höchstpersönlich. - (Leo) "Diebe, Räuber, Polizei! Was soll das heißen, Blondie?" - (Blondie) "Was soll das heißen? Diebe, Räuber, Polizei? Willie Waschbär hat Henrys rote Mohrrüben geklaut!" - (Leo) "Geklaut? Mit anderen Worten - gestohlen?! Das ist in der Tat eine Untat schändlichstens Ausßmaßes. Dagegen muss sofort und schärfstens durchgegriffen werden. Recht und Ordnung sind die Grundpfeiler unseres fabuländischen Gemeinwesens und wir dürfen es unter keinen Umständen - ich betone dies mit aller Entschiedenheit - zulassen." - (Erzähler) "Verzeihung, Herr Bürgermeister, sie sind hier nicht im Wahlkampf!" - (Leo) "Achso, öh nein?!" - (Erzähler) "Nein!" - (Leo) "Ja, worum ging es doch g'rade?" - (Erzähler) "Um die Mohrrüben!" - (Leo) "Richtig, die Mohrrüben." - (Blondie) "Sollten wir nicht langsam die Polizei holen?" - (Leo) "Nicht nötig meine Liebe. Bürgermeisterdedektiv Leo Löwe wird diesen Fall höchstpersönlich selber klären. - Also Punkt eins: Spurensicherung am Tatort. Wo ist der Tatort? (Blondie) "Hier!" - (Leo) "Aha, wo sind die Spuren?" - (Blondie) "Da!" - (Leo) "Aha, was für Spuren?" - (Blondie) "Reifenspuren." - (Leo) "Aha, was für Reifen?" - (Blondie) "Motorradreifen." - (Leo) "Ahaaa, wer hat in Fabuland ein Motorrad?" - (Blondie) "Willie Waschbär!" - (Leo) "Wer hat eine große Vorliebe für Mohrrüben?" - (Blondie) "Willie Waschbär!" - (Leo) "Wer hat also die Mohrrüben gestohlen?" - (Blondie) "Willi Waschbär, das sage ich doch die ganze Zeit!" - (Leo) "Also! Willie Waschbär muss sofort verhaftet werden. - Bully?! Wachtmeister Bully? Wo steckt er denn schon wieder?" - (Erzähler) "Er steckt hinter dem Rathaus Herr Bürgermeister." - Bully Dogge ist ja nicht nur Polizist, sondern auch Feuerwehrmann von Fabuland. Und in dieser Eigenschaft wäscht er gerade das Feuerwehrauto." - "Du Bully?" - (Bully) "Wo brennts denn?" - (Erzähler) "Dein Bürgermeister ruft dich." - (Bully) "Ahh ja, mmhhh dann werd ich mich mal gleich hinters Steuer schwingen. Wenn ich nur wüsste, ob ich das Feuerwehrauto nehmen soll oder das Polizeiauto. Hat er denn nach der Polizei gerufen oder nach der Feuerwehr?" - (Erzähler) "Nach der Polizei!" - (Bully) "Ah ja, dann nehm ich wohl besser das Polizeiauto." (Man hört Sirenen.) - Und schon braust Bully Dogge mit dem Polizeiauto los. Auf dem Polizeiauto steht allerdings nicht Polizei sondern Police. Das ist Englisch und heißt Polizei. Die Fabulaner haben manchmal nämlich auch eine Vorliebe für englische Ausdrücke. Sie finden das klingt moderner. - (Leo) "Da bist du ja endlich Bully. Aber wieso hast du deinen Feuerwehrhelm auf und nicht die Polizeimütze?" - (Bully) "Ich habe gerade das Feuerwehrauto gewaschen und in der Eile.... aber ich kann ja zurückfahren und die Polizeimütze holen." - (Leo) "Dazu ist keine Zeit. Wir müssen Willi Waschbär verhaften." - (Bully) "Willi Waschbär verhaften? Das wird schwierig." - (Leo) "Wieso?" - (Bully) "Weil sein roter Renner schneller ist, als das Polizeiauto." - (Leo) "Ja dann versperren wir ihm eben den Weg. Wo ist er denn jetzt." - (Bully) "Er versucht mal wieder seinen Rundum- Fabuland-Runden-Rekord zu brechen." - (Leo) "Also los Bully, jag den roten Renner." (Bully fährt mit Sirenengeheul los.) - (Erzähler) Ich fürchte, jetzt geht es Willie Waschbär an den Kragen. (Sirenengeheul) - (Leo) "Halt Bully! Sirene aus und stell den Wagen quer. - Da kommt er!" (Man hört Willi mit seinem Roller näher kommen und bremsen.) - (Willie) "Hey, was soll der Quatsch. Diesmal hätt ich bestimmt den Rundenrekord gebrochen und jetzt vermasselt ihr mir alles." - (Leo) "Wachtmeister Bully, walte deines Amtes!" - (Bully) "Im Namen des Gesetzes, Willi, du bist verhaftet." - (Willie) "Verhaftet?" (lacht) Warum das denn?" -(Bully) Weil du... öh...ja richtig, warum eigentlich?!" - (Leo) "Wegen schweren Mohrrübenraubes in Tateinheit mit Gartenfriedensbruch und so weiter..." - (Willi) "Das muss ein Irrtum sein. Ich habe keine einzige Mohrrübe angerührt. Ehrenwort." - (Leo) "Keine Ausflüchte Willi. Die Beweise sind erdrückend. Marsch ins Gefängnis" - (Bully) "Komm Willie, steig ein!" - (Willie) "Aber ich bin unschuldig." - (Leo) "Das sagen alle." - (Bully) "Was machen wir mit seinem Motorrad?" - (Leo) "Leg es aufs Dach vom Polizeiauto. Wir nehmen es mit als Beweisstück Nummer 1." - (Erzähler) Und so wird Willi Waschbär trotz aller Proteste ins Polizeiauto gesteckt und zum Rathaus gebracht, wo sich auch das Gefängnis befindet. In dem Gefängnis sitzt allerdings schon jemand. Kein Geringerer, als Freddy Fuchs. - Freddy Fuchs ist der schlaueste Schlaukopf in ganz Fabuland. Er steckt voller Ideen und spielt den anderen immer alle möglichen Streiche. Am liebsten nimmt er allerdings den Bürgermeister aufs Korn. (Man hört Freddy vernügt pfeifen.) Wenn man ihn so pfeifen hört, könnte man annehmen, er sitzt zum Vergnügen im Gefängnis. - (Freddy) "Hihihi ja stimmt genau. Das Gefängnis ist nämlich der einzige Platz in Fabuland, wo man wirklich seine Ruhe hat." - (Erzähler) "Ich fürchte, mit der Ruhe wird es jetzt vorbei sein!" (Die Gefängnistür geht auf.) - (Bully) "Tut mir leid Freddy, aber ich muss dich jetzt aus dem Gefängnis hinauswerfen." - (Fredddy) "Warum?" - (Bully) "Weil ich Willi Waschbär hineinwerfen muss!" - (Freddy) "Oh hallo Willi, mal wieder zu schnell gewesen? (kichert)" - (Willie) "Nein, aber sie behaupten, ich hätte Henrys Mohrrüben gestohlen." - (Freddy) "Und hast du?" - (Willi) "Nein, keine Spur!" - (Bully) "Keine Spur? Von wegen! Eine ganz besonders deutliche Spur! Eine Motorradreifenspur, quer durch Henrys Garten." - (Willie) "Ja, ja gut, ich gebs ja zu - ich war in Henrys Garten. Ich wollte auch eine von den Mohrrüben abstauben, aber dann habe ich mir gesagt, dass es unsportliche wäre solange Henry nicht da ist, um hinter mit her zu rennen. Und dann bin ich wieder weg gefahren." - (Freddy) "Wer hat denn festgestellt, dass die Mohrrüben gestohlen worden sind?" - (Bully) "Blondie und Leo!" - (Freddy) "Blondie und Leo? - Hihihi die können doch eine Mohrrübe nicht von einem Kirschbaum unterscheiden. Ich glaube ich muss mich mal um die Sache kümmern. - Wo ist Henry?" - (Willi) "Mit Bernhard Bär zum Bahnhof gefahren." - (Freddy) "Zum Bahnhof? Das ist eine ganze Ecke weg! Leihst du mir deinen roten Renner Willi?" - (Willi) "Klar doch Freddy, Hauptsache du holst mich hier raus." - (Erzähler) Und so schwingt sich Freddy Fuchs auf Willis Motorrad und saust wie der Blitz zu Henrys Garten. - (Freddy) "Hab ich's mir doch gedacht!" - (Erzähler) Und dann weiter zum Bahnhof, wo Bernhard und Henys gerade Henrys neue Schubkarre auf Bernhards Lastwagen geladen haben. - (Bernhard) "Schau mal Henry, da kommt Freddy Fuchs mit Willis Motorrad." - (Freddy) "Hallo Bernhard, hallo Henry!" - (Henry) "Hallo Freddy, was machst du denn hier?" - (Freddy) "Ich will dich abholen Henry. Seid ihr fertig?" - (Bernhard) "Ja, wir wollten gerade zurück fahren!" - (Freddy) "Mit dem LKW dauert mir das zu lange. Komm Henry, steig hinter mir auf, wir habens eilig." - (Henry) "Worum gehts denn eigentlich?" - (Freddy) "Um deine Mohrrüben! Und für Willie Waschbär um die Wurst!" (Sie fahren davon.) - (Erzähler) Inzwischen hat sich die Geschichte mit den Mohrrüben, wie alle Geschichten in Fabuland, schnell herumgesprochen. Und alle, die gerade nichts Wichtiges zu tun haben, haben sich in Henrys Garten eingefunden, um den Tatort zu besichtigen. Und Leo Löwe benutzt natürlich die Gelegenheit, um sich ins rechte Licht zu setzen. - (Leo) "Ich will mich nicht loben, meine Freunde, aber es ist sicher nicht übertrieben, wenn ich behaupte, dass die schnelle und umsichtige Aufklärung dieses schändlichen Verbrechens nur meinem so überaus scharfsinnigen Vertstand zu verdanken ist." - (Blondie) "Also ich hab's gleich gewusst, dass es nur Willie Waschbär gewesen sein kann. - Rein gefühlsmäßig! Wenn einer schon so aussieht, wie er, mit dieser schwarzen Maske im Gesicht..." - (Olli Ziege) "Also was hat denn das damit zu tun. Waschbären sehen nun einmal so aus. Also ich trau ihm das einfach nicht zu. Er benimmt sich zwar manchmal ein bisschen flegelhaft..." - (Blondie) "Das kann man wohl sagen..." - (Olli) "aber im Grunde ist er doch ein guter Junge. Ich glaube ihr irrt euch!" - (Man hört ein Motorrad.) - (Mike) "Hört mal, das ist doch Willis Motorrad" - (Leo) "Tatsächlich, der Bursche ist doch nicht etwa ausgerückt?" - (Blondie) "Das ist nicht Willi da aufm Motorrad, sondern Freddy Fuchs und noch jemand!" - (Leo) "Das ist Henry!" - (Freddy und Henry bleiben stehen.) - (Leo) "Mein lieber Henry, du brauchst mir nicht für die Aufklärung des Mohrrübenraubes zu danken. Das war doch einen Selbstverständlichkeit." - (Henry) "Was hießt hier Mohrrübenraub? Die Mohrrüben sind doch noch alle da!" - (Blondie) "Sind noch da? Wo denn?" - (Henry) "Na hier und da und dort." - (Blondie) "Was denn dieses grüne Zeug sollen deine roten Mohrrüben sein? - (Fredy) "Die roten Mohrrüben, liebe Blondie, sind die Wurzeln von diesem Grünzeug!" - (Freddy) "Zieh mal eine raus Henry!" - (Henry) "Ja!" - (Olli) "Sieh an die Mohrrüben. Na Leo, was sagst du nun?" - (Leo) "Nun jaa...ich ähm - ich habe natürlich von Anfang an gewusst, dass die Mohrrüben gar nicht wirklich...äähhm...gestohlen wurden." - (Olli) "Hört hört." (allgemeines Gekicher) - (Leo) "Ich habe nur mitgespielt, um unserer lieben Blondie zu beweisen, dass man sich nicht von voreiliegen Verdächtigungen hinreißen lassen und jemanden nicht schon deshalb etwas schlechtes zutrauen darf, weil er beispielsweise von natur aus eine schwarze Maske trägt." - (Blondie) "Ach so, jetzt bin ich's wieder gewesen..." - (Leo verlegen) "Ähhm ja... aber da wir gerade so zahlreich versammelt sind liebe Freunde. Lasst mich die Gelegenheit ergreifen, um ein paar Worte in eigener Sache zu sagen." - (Olli) "Hat er schon jemals was anderes gesagt?" - (allgemeines Gelächter) - (Leo) "Ihr erinnert euch sicher noch, dass ihr mir zum Geburtstag versprochen habt, mir einen Wunsch zu erfüllen. Und ich weiß inzwischen auch, was ich mir wünsche - ein neues Rathaus!" (Die Fabulaner scheinen von diesem Wunsch nicht begeistert. Allgemeines Gemurmel und Getuschel macht sich breit.) - (Leo) "Genauer gesagt, ich möchte das alte Rathaus umbauen. Und ihr dürft mir alle dabei helfen." - (Olli) "Äh da fällt mir ein, dass wir noch ein paar Autos reparieren müssen. Komm Mike. Ein ander Mal gerne Leo, aber heute...! - (Mike) "Ein ander Mal gerne Leo, aber heute keine Zeit, keine Zeit...!" - (Moe) "Tut mir leid Leo, aber mich muss mich jetzt dringend um meine neuen Autos kümmern. Vielleicht nächste Woche oder so." - (Cathy) "Und ich muss Morty im Krankenhaus besuchen und einkaufen und putzen und so weiter und so weiter." (Autos fahren davon.) - (Henry) "Ich werde mal sehen, wo Bernhard mit meiner Schubkarre bleibt. Nichts für ungut Leo, aber du weißt ja, wir sind alle vielbeschäftigte Leute. - (Blondie) "Und ich habe heute schon soviel Zeit mit diesem Mohrrübenunsinn verplämpert, dass ich jetzt dringend was fürs Geschäft tun muss. - (Leo) "Na das ist wieder mal typisch für meine lieben Fabulandsleute. Solange es was zu sehen und zu reden gibt, sind sie alle dabei. Aber wenn Taten verlangt werden, hat plötzlich keiner mehr Zeit." - (Freddy) Nimms nicht tragisch Leo, ich helfe dir. Aber erst wollen wir Willie Waschbär aus dem Gefängnis holen." - (Leo) "Natürlich, natürlich, keine Frage. - Aber, das überrascht mich, dass gerade du mir helfen willst. Von dir hätte ich das am wenigsten erwartet." - (Freddy) " Aber Leo. Du weißt doch, dass ich dir immer gern behilflich bin." - (Erzähler) Sagt Freddy Fuchs und lächelt - freundlich. Aber wenn ich mir dieses Lächeln so von der Seite betrachte, dann - ja dann kommt mir doch der Verdacht, dass Freddy Fuchs da gerade wieder einen neuen Streich ausheckt. Aber das ist eine andere Geschichte.
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